Heimatpflege im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge
Informationen zur Heimatkunde im Fichtelgebirge

Museen

Die Beschreibung der Museen wurde entnommen der Broschüre Museen in der Euregio Egrensis

Arzberg
Sandauer Heimatstube
Friedhofstraße 2, 95659 Arzberg, Tel. 09233/8263 oder 40416 nach Vereinbarung
Im Zuge der Vertreibung kamen im Juli 1946 etwa 70 frühere Bewohner der ehemaligen sudetendeutschen Stadt Untersandau nach Arzberg. Im Jahr 1960 beschloss der Arzberger Stadtrat die Patenschaft über die Stadt Sandau und ihre einstigen Bewohner zu übernehmen. 1961 wurde der Grundstock zur Errichtung einer „Sandauer Heimatstube" gelegt. 1987 zog man aus dem alten Thielo-Schulhaus in das ehemalige Zentralschulhaus um. Dort wird in vier Räumen die Geschichte des Sandauer Gebietes dokumentiert. Egerländer Mobiliar und Hausrat geben dem Besucher die wohnliche Situation des Sandauer Raumes wieder. Außerdem werden Archivalien, Egerer und Unterländer Trachten, Hochzeitskleider, landwirtschaftliche Geräte, Fotos und Ölgemälde präsentiert.
 

Arzberg-Bergnersreuth
Volkskundliches Gerätemuseum
Wunsiedler Straße, 95659 Arzberg, Tel. 09233/5225 und 09232/80377 (Auskünfte) April - Oktober Di - So 10 - 17 Uhr, November - März nach Vereinbarung
Das Volkskundliche Gerätemuseum ist in einem ehemaligen landwirtschaftlich genutzten Anwesen in Bergnersreuth, einem Vorort von Arzberg, untergebracht. Der Hof entstand 1908 durch die Zusammenlegung zweier Gehöfte. Anstelle der Vorgängerbauten wurden dabei modernere und funktionellere Wohn- und Wirtschaftsgebäude errichtet, so dass der Besucher einen Bauernhof aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vorfindet. Die Schablonenmalereien, mit denen man alle Wände ausgestattet hat, sind in Umfang und Qualität für das Fichtelgebirge außergewöhnlich; selbst die Bodendielen zweier Räume hat man mit Teppichmustern schabloniert. In zwei Zimmern sind die Malereien der 20er Jahre flächendeckend im Original erhalten, in den anderen waren sie zu rekonstruieren. Dokumentationsräume erläutern die Hof-, Wirtschafts- und Familiengeschichte der Bewohner. Die Geräteabteilung des Museums ist in der Scheune und auf dem Futterboden untergebracht, die man im Inneren zu modernen Ausstellungsräumen umbaute. Hier werden Teile der reichhaltigen Sammlung des Fichtelgebirgsvereins präsentiert (Bestand ca. 15.000 Objekte). Ihre Schwerpunkte sind Geräte der Landwirtschaft, des Handwerks und des Transportwesens. Eine Studiensammlung ergänzt den didaktisch aufbereiteten, fest installierten Ausstellungsteil. Platz für Wechselausstellungen bietet der geräumige Futterboden über der Großviehstallung.
 

 

Bad Alexandersbad
Dorfmuseum Kleinwendern
Kleinwendern 5, 95680 Bad Alexandersbad, Tel. 09232/4131 nach Vereinbarung
In einer unscheinbaren Scheune neben dem Haus Nr. 5 in Kleinwendern befindet sich die private Sammlung der Familie Rippert. Dort werden land- und hauswirtschaftliche Geräte, Hausrat, Mobiliar, Keramik, Handwerkszeug und andere Gegenstände aus dem bäuerlichen Leben im Fichtelgebirge des 18. und 19, Jahrhunderts präsentiert.

 

Höchstädt im Fichtelgebirge
Schloßmuseum
Schloß Höchstädt, 95186 Höchstädt im Fichtelgebirge, Tel. 09235/1464
Di - So 10 - 12 und 15 - 18 Uhr
Das Reichsministerialengeschlecht der Rohrer, das für Höchstädt 1389 beurkundet ist, sitzt heute wieder auf Höchstädt und betreibt dieses Privatmuseum. Im Großen Saal, auf dessen alten Säulen 1712 ein neues mächtiges Gewölbe aufgesetzt wurde, befindet sich heute das Museum. Es gliedert sich in die Abteilungen Hausrat, bäuerliches Gerät und alte Technik. In diesem „Museum zum Anfassen", wie es die Besitzer verstehen, haben Besucher auch Zugang zur gutsortierten Bibliothek des Hausarchivs; der Pferdestall und die Kutschen bilden den Abschluss des Rundweges durch das Rittergut.

 

Hohenberg an der Eger
Museum der Deutschen Porzellanindustrie
Freundschaft 2, 95691 Hohenberg/Eger, Tel. 09233/77220, Di - So 10 - 17 Uhr

Öffnungszeiten täglich von 10:00 - 18:00 Uhr

Das Museum der Deutschen Porzellanindustrie wurde im August 1982 in Hohenberg an der Eger eröffnet. Sein Standort ist eng mit der Geschichte der Porzellanindustrie verknüpft: In Hohenberg ließ sich 1814 C. M. Hutschenreuther nieder und erhielt 1822 die Konzession zur Errichtung der ersten Porzellanfabrik im nordostbayerischen Raum. Seinem Beispiel folgten alsbald andere. Das Museum Nidmet sich schwerpunktmäßig der Sammlung und Erfassung der Produkte der .orzellanindustrie im deutschsprachigen Raum. Es versucht, Antwort zu geben auf Fragen zur Kunstgeschichte. Volkskunde. Technik-. Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Porzellanindustrie seit dem 19. Jahrhundert.
Die Präsentation gliedert sich im wesentlichen in drei Bereiche: Die technikgeschichtliche/technologische, die kunstgeschichtliche/volkskundliche Abteilung sowie wie ständig wechselnde Sonderausstellung. Der Besucher, der in den kommenden Jahren Hohenberg aufsucht, wird ein Museum im Aufbruch erleben. Einerseits wird der ursprüngliche Standort beträchtlich erweitert, andererseits wird in der „Weltstadt des Porzellans ein zweites wertvolles Standbein geschaffen: Die ehemalige Fabrikanlage J. Zeidler und Co. in Selb-Plößberg, 1971 stillgelegt, soll als Industriemuseum Standort der Abteilungen Technik-. Wirtschafts- und Sozialgeschichte, technisches Porzellan und technische Keramik sein. Hohenberg wird als „Museum der Produkte" die kunstgeschichtlich/volkskundliche Abteilung, das wissenschaftli,e Zentrum und das Archiv beheimaten.

 

Marktleuthen
Entomologisches Museum
Dr. Ulf Eitschberger, Humboldtstraße 13a, 95168 Marktleuthen, Te1.09285/480 lach Vereinbarung
Sei dieser insektengeschichtlichen Sammlung handelt es sich um eine nur für wissenschaftliche Zwecke errichtete Institution. Ziel ist es, gleichzeitig alte Sammungen aus privater Hand zu erwerben, damit die darin befindlichen Tiere noch mögichst lange der Nachwelt erhalten bleiben. Der momentane Sammlungsbestand umfaßt gut 1 Mio. Individuen, die in ca. 4.000 Glaskästen untergebracht und aufbewahrt werden. Die entomologische Spezialbibliothek umfasst ca. 20.000 Bände und deckt vor allem die erschienene Weltliteratur über Lepidopteren von den Anfängen 1750) bis in die Gegenwart ab. Gleichzeitig ist das Museum auch Sitz der Deutschen Forschungszentrale für Schmetterlingswanderungen (DFZS).


Marktredwitz   
Egerland-Museum
Fikentscherstraße 24, 95615 Marktredwitz, Tel. 09231/3907, Fax 09231/5264
Di - So 14 - 17 Uhr
Das Egerland-Museum des Bundes der Eghalanda Gmoin e.V. wurde im Jahre 1973 eröffnet und hat seinen Sitz im Egerland-Kulturhaus. Es widmet sich de. Darstellung der Egerländer Volkskultur vor allem des 19. und des 20. Jahrhunderts Gezeigt werden unter anderem Zeugnisse der ländlichen Kultur: Trachten aus der verschiedenen Gebieten des Egerlandes, eine rekonstruierte bäuerliche Stube bemalte Truhen und Schränke. Des weiteren werden auch die Industrien des nordwestböhmischen Gebietes dokumentiert. Die Kaolin- und Tonlager des Egere Beckens und der Holzreichtum der Gegend boten die Voraussetzung für eine blühende Steinzeug-, Steingut- und Porzellanindustrie. Auch im Zinnbergbau nahm Böhmen ab dem 16. Jahrhundert eine führende Stellung ein. Schlaggenwald, Schönfeld, St. Joachimsthal, Karlsbad und Eger wurden zu Zentren des Zinngießerhandwerkes. Kannen, Teller, Krüge und andere Zinngefäße zeugen von diese Handwerkskunst, die beinahe ebenso berühmt war wie die böhmische Glasindustrie. Eine auf verschiedene Berufszweige ausstrahlende Rolle spielte der Bädertourismus, die „Weiße Industrie". Die böhmischen Bäder Karlsbad, Marienbad un: Franzensbad waren vor allem im 19. Jahrhundert „Wallfahrtsorte" der große- Gesellschaft. Vom eleganten Leben der Badegäste zeugen graphische Blätter Postkarten, Hotelwerbung und die verschiedensten Arten von Souvenirs. Eine typologische Reihe von Sprudelgläsern und -bechern zeigt die Entwicklung dieser Trinkgefäße vom 18. bis zum 20. Jahrhundert. Weil die Gläser und Becher oft m Ansichten oder topographischen Details der Kurorte geschmückt sind, stellen s eine wichtige Quelle nicht nur für die Kulturgeschichte der Bäder, sondern auch für deren städtebauliche Entwicklung dar.
Bei der Neuaufstellung der Sammlung - das Museum erwartet in den nächsten Jahren einen Erweiterungsbau - wird eine Ausdehnung des Darstellungszeitraumes bis in die Jetztzeit vorgenommen werden. Auch Krisenzeiten (etwa das Thema Flucht und Vertreibung") werden dann im Museum aufgegriffen und dargestellt werden.
Dem Museum angeschlossen ist eine Studienbücherei, die sich vor allem de Sammlung von historischer Literatur aus dem Egerland widmet. Auch zeitgenössische Literatur und Zeitschriften werden hier verwahrt.

 

Marktredwitz
Rauchs Galerie „Destille" Schnaps-Museum
Thölauer Str. 12, 95615 Marktredwitz, Tel. 09231/8511
Mo - Fr 9.30 - 17 Uhr, Do bis 23 Uhr, und nach Vereinbarung
Seit 1993 ist in der Destillerie Rauch der Öffentlichkeit ein Museum zugänglich, das unter anderem eine der ältesten noch funktionsfähigen Destillieranlagen Deutschlands sowie eine sehr alte Gewürzsammlung präsentiert

 

Selb-Plößberg
Porzellanikon
Europäisches Industrie- Museum für Porzellan Europäisches Museum für Technische Keramik Rosenthal Museum Werner-Schürer-Platz 1 95100 Selb    9 18 00 - 0
Telefax 10 92 87) 9 18 00 - 30

Öffnungszeiten täglich 10:00 - 18:00 Uhr


Mit dem Erwerb der 1971 stillgelegten Fabrikanlage J. Zeidler & Co. in Selb-Plößberg nahm der Zweckverband Museum der Deutschen Porzellanindustrie der Aufbau eines zweiten Standortes des Museums der Deutschen Porzellanindustrie ir Angriff. Das neue Gesamtkonzept sieht für Selb-Plößberg die Abteilunger Industriegeschichte des Porzellans und technische Keramik vor. Hier wird dem Besucher die Gelegenheit geboten, die Porzellanfabrikation um 1920/25 zu erleben und die Entwicklung der Fertigungsmethoden von der Manufaktur des 18. Jahrhunderts bis in die neueste Zeit anhand von zum Teil in Betrieb zu setzenden Originalmaschinen, Vorführungen, Modellen und Schautafeln nachzuvollziehen. Des weiteren wird das Museum den Weg nachzeichnen, den die technische Keramik in den weit mehr als 100 Jahren ihres Bestehens zurückgelegt hat. Sonderausstellungen machen diesen Standort bereits vor seiner offiziellen Eröffnung zu einem lohnenswerten Ziel.

 

Weißenstadt
Drogerie-Museum
Kirchenlamitzer Straße 12, 95163 Weißenstadt, Tel. 09253/254
Mo - Fr 16 - 18 Uhr, Sa 10 - 12 Uhr, und nach Vereinbarung
1989 richtete der Drogeriebesitzer Willi Sack in einem ehemaligen Lagerraum ein Drogeriemuseum ein. Seit 1864 bildete die Drogerie sowie eine kleine Destille die Haupterwerbsquelle der Familie. Da sämtliche Journale, viele Schriftstücke sowie eine stattliche Anzahl an Gerätschaften heute noch vorhanden sind, eröffnet sich dem Besucher eine lückenlose Dokumentation des Betriebes von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart.

 

Wunsiedel
Fichtelgebirgsmuseum
Spitalhof, 95632 Wunsiedel, Tel. 09232/2032 Di - So 10 - 17 Uhr
Das 1907 gegründete Fichtelgebirgsmuseum hat seit den 1960er Jahren seinen Sitz in den Gebäuden des vom Wunsiedler Handelsherrn (Blechverzinner) Sigmund Wann im Jahre 1451 gestifteten Spitals. Das Fichtelgebirgsmuseum versteht sich als Regionalmuseum für den gesamten Fichtelgebirgsraum. Einen Schwerpunkt stellt die Mineraliensammlung mit ca. 2.000 Exponaten dar, die durchweg aus dem Fichtelgebirge, dem nördlichen Oberpfälzer Wald, der Münchberger Gneismasse und dem Frankenwald stammen. Eine Darstellung des historischen Bergbaues im Fichtelgebirge zeigt dessen Bedeutung für eine kontinuierliche Besiedelung dieses Raumes. Einen weiteren Schwerpunkt stellt eine Sammlung von überwiegend bemalten Möbeln des 18. und 19. Jahrhunderts dar. In der Abteilung Keramik werden Irdenware, Fayence, Steingut. Steinzeug und Porzellan präsentiert. Die kulturgeschichtliche Abteilung vervollständigen verschiedene eingerichtete Zimmer, je eine ins Museum translozierte bürgerliche bzw. bäuerliche Wohnküche, eine Dienstbotenkammer, der historische Dachboden eines Wunsiedler Bürgerhauses (Schablonenmalerei), eine Schuhmacherei sowie ein Zuckerbäckerladen.
Weitere Bereiche widmen sich der Wäschepflege; dem Emailgeschirr und der Musik. Eine Abteilung ist der zeitgenössischen Kunst im Fichtelgebirge vorbehalten. Dem Schriftsteller Jean Paul (1763 - 1825) sowie dem politischen Attentäter Carl Ludwig Sand (1795 - 1820) - beide in Wunsiedel geboren - ist jeweils ein Raum gewidmet. Das Museum umfaßt auch Abteilungen zur Regionalgeschichte (Sechsämterland), zur Geschichte des Spitals und zum Leben der Spitalbewohner.
Eine besondere Attraktion stellen die drei Museumswerkstätten (Schmiede, Töpferei, Zinngießerei) dar, in denen traditionelles Handwerk vorgeführt wird.

Nach Ankauf eines weiteren Gebäudes wurde eine Spielzeugabteilung, sowie Schau- und Studiensammlungen geschaffen